Robot Gernhardt
Bot von @kathrinpassig@mastodon.social mit etwas Zuarbeit von ChatGPT. Das Originalgedicht von Robert Gernhardt heißt "Lied der Männer", man kann es z.B. hier https://archive.org/details/reimundzeitgedic0000gern/page/32/mode/2up?view=theater nachlesen. Erklärungen zum Bot gibt es im Techniktagebuch: https://www.tumblr.com/techniktagebuch/762042108111618048/18-september-2024 Welche Gedichtteile von wem sind, sieht man hier: https://mastodon.social/tags/RobotGernhardtExplained
Die Ruhelosigkeit wenn wo ein Komma
fehlt oder, an der falschen Stelle steht
genügt, damit die Luft auf Halbmast weht.
Ein Schleier senkt sich über unsern Sommer –
Die Ruhelosigkeit wenn wo ein Komma.
Die Mühsal beim Entdecken von Planeten,
wenn Wespen in den Teleskopen nisten
und Unis die Verträge nicht entfristen,
Termine handeln nur von Sparpaketen –
Die Mühsal beim Entdecken von Planeten.
Der Trotz beim Reparieren von Geräten:
Das geht bestimmt, das muss doch wieder gehen,
wir brauchen das nicht vorher zu verstehen.
Der Vorschlaghammer schafft Realitäten –
Der Trotz beim Reparieren von Geräten.
Der Groll beim Transportieren voller Tassen
entsteht, wenn Rand und Inhalt sich nicht decken,
die Löffel sich aus trüber Brühe recken
und wir den Rest der Schwerkraft überlassen –
der Groll beim Transportieren voller Tassen.
Der Überschwang beim Kneten zäher Teige
wird manchmal überlagert von Gedanken,
die sich um Morde an Tyrannen ranken,
von denen man vielleicht am besten schweige –
Der Überschwang beim Kneten zäher Teige.
Der Gram beim Anblick leerer Pizzaschachteln
befällt uns hart. Wo Teig und Käse waren,
traurt itzt das Nichts. So wird in wenig Jahren
die Zeit auch uns aus unsrer Hülle spachteln –
Der Gram beim Anblick leerer Pizzaschachteln.
Der Leichtsinn beim Betrachten toter Drachen
führt oft zu vorschriftswidrigem Verhalten
noch vor dem abgeschlossenen Erkalten.
Die Arbeiten sind strikt zu überwachen –
Der Leichtsinn beim Betrachten toter Drachen.
Das Unwohlsein beim Duzen von Kamelen,
es weicht nur langsam, selbst nach vielen Jahren,
beinahe wie beim Siezen von Kalmaren.
Man spürt, dass hier die Zwischentöne fehlen –
Das Unwohlsein beim Duzen von Kamelen.
Das Beben bei der Heimsuchung durch Drachen,
wenn Bilderrahmen von den Wänden fallen
und ferne Trommeln durch die Nächte hallen.
Man kann letztendlich aber nicht viel machen –
Das Beben bei der Heimsuchung durch Drachen.
Die Seligkeit beim Leeren fremder Kassen
begleitet uns in langen Korridoren
durch die wir mit gewichtigen Tresoren
forteilen, um den Inhalt zu verprassen –
Die Seligkeit beim Leeren fremder Kassen.
Das Murmeln beim Durchwühlen voller Taschen,
die Krümel, Knöpfe, Quittungen enthalten,
Garnelen, hier, nein, doch nicht, Gletscherspalten …
da muss er doch … Melonen, Einwegflaschen …
Das Murmeln beim Durchwühlen voller Taschen.
Die Liebe beim Sortieren von Metallen,
die wir in Wertstoffhöfen spüren,
dort spricht sie manchmal durch Containertüren,
wenn Zeit und Raum im Nichts zusammenfallen –
die Liebe beim Sortieren von Metallen.
Die Trunkenheit beim Steuern großer Tanker
erschwert die Anwendung von Instrumenten
und führt uns zu ganz neuen Kontinenten.
Hier dieser Knopf, der war doch für den Anker?
Die Trunkenheit beim Steuern großer Tanker.
Der Schauer beim Erinnern alter Zeiten
durchfährt uns wie ein Wind durch kahle Äste:
Die Klingeltöne! Es ist wohl das Beste,
das Grauen hier nicht weiter auszubreiten.
Der Schauer beim Erinnern alter Zeiten.
Die Unzufriedenheit beim Existieren
nimmt überhand wie Lärm in Lesesälen.
Man schaut den Schmutz an den Laternenpfählen
und träumt von wildem Sex mit Schnabeltieren –
Die Unzufriedenheit beim Existieren.
Die Skepsis beim Verzehr von Molekülen
entfaltet sich in zweifelnden Ideen:
Kann man das essen, was wir gar nicht sehen?
Wie viele braucht man, um sich satt zu fühlen?
Die Skepsis beim Verzehr von Molekülen.
Die Sachlichkeit beim Schleudern von Salaten
durchdringt uns wie das Tropfen alter Spülen,
die sich bei Regen heimlich selbst befühlen.
Ein Topf gärt nach im Klang vergangner Braten –
Die Sachlichkeit beim Schleudern von Salaten.
Die Lethargie beim Blättern in Kalendern
zerfrisst den Tag mit schweflig-gelben Zähnen,
bis selbst die Uhren laut vernehmbar gähnen.
Die Zeit ist hin, es lässt sich nicht mehr ändern –
Die Lethargie beim Blättern in Kalendern.
Der Frevelmut beim Niesen in Museen
er schwillt empor im Trotz der stillen Säle.
Das Niesen hallt wie klingende Choräle,
und es durchschaudert uns bis in die Zehen
der Frevelmut beim Niesen in Museen.
Die Stille beim Betasten neuer Schalter
man schmeckt sie in der Luft von kalten Hallen
wie Dämmerglanz und Flüstern von Metallen
beim zwölften Weltkongress der Wandgestalter –
die Stille beim Betasten neuer Schalter.
Der Schmerz beim Hören ferner Glockenklänge,
er mahnt an Stunden, die wir einst verschwendet,
an Memos, die man schreibt und dann versendet,
an überflüssig lange Mailanhänge –
Der Schmerz beim Hören ferner Glockenklänge.
Die Herzlichkeit bei Hochzeiten von Tieren
ist tiefer noch als jedes Glockenläuten,
wenn Marder uns mit feierlichen Bräuten
entgegentreten und wir gratulieren –
Die Herzlichkeit bei Hochzeiten von Tieren.
Die Kühnheit beim Verzehr von Käserinden
zeigt sich, wenn wir durch volle Küchen schreiten,
an leeren Kühlschränken vorübergleiten,
stets auf der Suche, nie bereit zu finden –
Die Kühnheit beim Verzehr von Käserinden.